Pressemitteilung (pn): Reizgasanschlag aufgeklärt - Haftbefehl gegen drei Männer außer Vollzug gesetzt |
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Die Kriminalpolizeien Erding und Landshut können die Aufklärung der drei zusammenhängenden Fälle von Tränengaswürfen in Au i. d. Hallertau und Mainburg vermelden...
Mainburg, Landkreis Kehlheim / Au i. d. Hallertau, Landkreis Freising, 03. September 2009
Ausschlaggebend für den Erfolg der Ermittler waren neben Hinweisen aus der Bevölkerung, die Auswertungsergebnisse der Videoüberwachung der betroffenen Gaststätte in Au i. d. Hallertau.
Im Rahmen der Ermittlungen konkretisierte sich der Tatverdacht gegen drei Männer, einen 26-jährigen Kfz-Mechatroniker sowie zwei weitere 22-jährige Männer, welche alle aus dem Landkreis Freising stammen.
In enger Zusammenarbeit der ermittelnden Kriminalpolizeiinspektionen Erding und Landshut wurden am 01.09.2009 zwei der drei Tatverdächtigen an deren Arbeitstellen und einer in der elterlichen Wohnung vorläufig festgenommen. Die Ermittlungen brachten schließlich ans Licht, dass die Männer neben dem Mainburger Reizgasanschlag zuvor auch die zwei gleichgelagerten Anschläge im Bereich Oberbayern verübt haben.
Bei allen drei Taten verwendeten die Männer jeweils eine schwarze Gas-Granate. Hinsichtlich des beinhalteten Reizstoffes liegen seitens des Bayerischen Landeskriminalamtes noch keine exakten Analyseergebnisse vor.
Zur Herkunft der Grananten kann gesagt werden, dass diese vor der Tat im Keller des elterlichen Hauses eines der beiden 22-jährigen Täter gelagert waren. Der Vater des 22-Jährigen hatte die Granaten vor ca. 15-20 Jahren als Geschenk erhalten und im Keller eingelagert. Die Kriminalpolizei Landshut hat nun ebenfalls Ermittlungen gegen den Vater wegen Verstößen nach dem Sprengstoffgesetz und Waffengesetz eingeleitet.
Alle Festgenommenen sind geständig. Das Motiv für die Tat wird wohl im Geltungsbedürfnis des 26-jährigen Hauptakteurs zu suchen sein, welcher alle drei Granaten geworfen hatte.
Gegen die Männer ist zwischenzeitlich, auf Antrag der Staatsanwaltschaft Landshut, durch das Amtsgericht Landshut Haftbefehl ergangen. Alle Haftbefehle wurden gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Die Männer haben sich nun wegen gefährlicher Körperverletzung in über 30 Fällen strafrechtlich zu verantworten.
Alle drei Täter sind polizeilich gesehen keine unbeschriebenen Blätter.
Presse-Info des Polizeipräsidiums Niederbayern vom 10.08.2009:
Reizgasattacke auf Diskothek Ermittlungsstand
MAINBURG (Lkr. Kelheim), 10. AUGUST 2009: Zum Grundsachverhalt beachten sie bitte die unten angeführte gemeinsame Presse-Info der Polizeipräsidien Niederbayern und Oberbayern Nord.
Aufgrund der Veröffentlichung des Falles ergaben sich für die Ermittlungen der zuständigen Kriminalpolizei Landshut etwa eine Handvoll Hinweise. Eine daraus resultierende fassbare und "heiße" Spur ist aber momentan nicht zu sehen. Ein Zeuge hatte das Tätertrio allerdings nach der Tatbegehung sogar noch mehrere hundert Meter weit verfolgt, die drei Männer aber dann im Bereich der Raiffeisenstraße verloren.
Die CS-Wurfkörper mit schwarzer Ummantelung und der Aufschrift Smith & Wesson ist laut Auskunft des Bayerischen Landeskriminalamtes Ende der 70er bis Anfang der 80er Jahre letztmals an Sicherheitsbehörden bzw. Sicherheitsdienste ausgeliefert worden. Der Wurfkörper wird derzeit beim Bayerischen Landeskriminalamt in München weiter untersucht. Untersucht werden sollen auch die verbliebenen pulverförmigen Anhaftungen an dem Wurfkörper.
Die Verletzten konnten inzwischen alle aus den Kliniken entlassen werden. Die Kriminalpolizei ist weiterhin stark auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Hinweise werden unter der Rufnummer 0871 / 9252-0 entgegen genommen.
Gemeinsame Presseinfo Polizeipräsidien Niederbayern und Oberbayern Nord vom 09.08.2009:
Unbekannte schleudern Tränengaswurfkörper in Disko - 25 Verletzte
Großaufgebot an Einsatzkräften vor Ort - Kripo Landshut ermittelt und bittet um Hinweise - weiterer Fall in Au i.d. Hallertau
MAINBURG , 09. AUGUST 2009: 25 leichter verletzte Personen sind die Bilanz einer Tränengasattacke, die sich in der Nacht zum Sonntag in einer Diskothek in Mainburg im Landkreis Kelheim ereignete. Unbekannte hatten einen Wurfkörper in die Diskothek geworfen, waren dann geflüchtet und hatten damit kurzfristig für eine Panik gesorgt. Ein Großaufgebot an Einsatz- und Rettungskräften war wenig später zur Stelle, die polizeilichen Ermittlungen zu dem Vorfall führt die Kripo Landshut.
Gegen 01.25 Uhr erfolgte bei der Polizeieinsatzzentrale Niederbayern die telefonische Mitteilung, dass bei der Diskothek "Club" in Mainburg mit Tränengas geschossen wurde und Verletzte zu beklagen seien. Sofort alarmierte Einsatzkräfte der Mainburger Polizei stellten fest, dass Unbekannte in den inneren Eingangsbereich des "Club" einen Tränengaskörper geworfen hatten, der auch sofort zündete. Die Täter flüchteten sofort danach aus dem Lokal. Durch die Zündung entstand beißender heller Rauch - unter Umständen CS-Gas -, der die etwa 120 qm große Diskothek schnell flutete. Die rund 50 Personen, die sich zu der Zeit in dem Lokal aufhielten, bekamen zum Teil erhebliche Atembeschwerden und es entstand kurzfristig eine panikartige Situation.
Nachdem alle Personen aus der Diskothek geflüchtet waren, mussten insgesamt 25 von ihnen wegen der Atembeschwerden behandelt und 16 in Kliniken eingeliefert werden; darunter war auch eine schwangere Frau aus der Nachbarschaft des Lokals sowie zwei ein- und vierjährige Kinder. Vor Ort war ein Großaufgebot an Rettungs- und Einsatzkräften; neben den polizeilichen Kräften auch vier Notärzte, 10 Krankenwagen, zwei schnelle Einsatzgruppen und rund 25 Kräfte der örtlichen Feuerwehr. Am Vormittag des Sonntag musste allerdings nur noch einer der verletzten Gäste stationär behandelt werden, die anderen konnten aus den Kliniken entlassen werden. Allerdings konnte das Lokal aufgrund des beißenden Gases auch am Vormittag fast nicht betreten werden.
Sofort veranlasste umfangreiche Fahndungsmaßnahmen nach den drei mutmaßlichen Tätern blieben bislang erfolglos. Noch in der Nacht begannen Beamte des Kriminaldauerdienstes der Kripo Landshut mit ihren Ermittlungen. Am Tatort konnten die Ermittler den Wurfkörper in der Größe einer Cola-Dose sicherstellen. Die Beschreibung der Männer:
1. Alter ca. 18 - 20 Jahre, weiße Baseballkappe, schwarzes T-Shirt
2. Alter ca. 18 - 20 Jahre, schwarze Baseballkappe, weißes T-Shirt
3. Alter ca. 18 - 20 Jahre, gestreiftes T-Shirt, alle drei Bekleidung im "Hopper-Stil"
Die Kripo und die Staatsanwaltschaft Landshut bitten jetzt auch die Bevölkerung und die Medien um Mithilfe. In der selben Nacht ereignete sich ein ähnlicher Vorfall auch in Au i.d. Hallertau (siehe unten angefügte Meldung des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord), ein Zusammenhang beider Taten ist nicht auszuschließen.
Wer kann zu dem Vorfall gegen 01.25 Uhr bzw. zu den Tätern nähere Angaben machen oder hat das Täter-Trio in der Umgebung der Diskothek "Club" beobachten können, evtl. auch in einem Fahrzeug. Wer kann Hinweise zu dem abgebildeten Wurfkörper geben? Zeugenhinweise erbittet die Kriminalpolizei in Landshut unter der Rufnummer 0871 / 9252-0.
Sachverhalt des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord:
Au i.d. Hallertau, Lkr. Freising 09.08.2009
Am Sonntag, 09.08.09, gegen 01.00 Uhr, wurde durch bislang unbekannte Täter Reizgas im Nandlstädter Weg an die Wand eines Restaurants in der Unteren Hauptstraße geworfen. Mehrere Gäste klagten anschließend über Reizungen.Die polizeilichen Ermittlungen wurden von der Kriminalpolizeiinspektion Erding übernommen. Zeugen sowie Geschädigte werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizeiinspektion Erding unter der Rufnummer 08122-968-0 zu melden.
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| Kategorie: | Polizeimeldungen |
| Eingetragen am: | 03.09.2009 19:39 | | Quelle: | Polizeipräsidium Oberbayern Nord |
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