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Pressemitteilung (pn):
Die Freinacht ist kein Freibrief

Bald ist es wieder so weit. Von jeh ist es in unserer Region guter alter Brauch, in der Freinacht Streiche zu spielen...

„Dem g´schlamperten Bauern einen Mistwagen aufs Hausdach zu setzen oder dem geizigen Wirt den Stammtisch zu klauen“. Doch vieles, was in den vergangenen Jahren in der Nacht zum 1. Mai als „Freinachtsscherz“ verübt wurde, hat mit althergebrachter Brauchtumspflege nichts mehr gemeinsam.

Beispielsweise ist es kein Brauch
• Baustellenbeleuchtungen und -absicherungen verschwinden zu lassen
• Briefkästen mit Kanonenschlägen aus der Wand zu sprengen
• Kanaldeckel auszuheben
• Telefonzellen oder geparkte Fahrzeuge zu beschädigen.

Für derartige „üble Scherze“ wird die Polizei weder Verständnis noch Humor aufbringen!


Den „Freinächtlern“ sei an dieser Stelle in aller Deutlichkeit gesagt: "Die Freinacht ist kein Freibrief!"
Alle Straftaten - auch wenn sie in dieser Nacht unter dem Deckmantel der Brauchtumspflege begangen werden - werden verfolgt und geahndet.

Es ist daher ratsam, vor jeder Aktion genau abzuwägen, ob die Sache wirklich noch als harmloser Scherz anzusehen ist.


Mit dem Ziel, Freinachtsexzesse zu verhindern, werden deshalb auch in der diesjährigen Freinacht von Donnerstag auf Freitag verstärkt Polizeistreifen eingesetzt.


Um sich dennoch vor übertriebenen Aktionen in dieser Nacht zu schützen rät die Polizei:
• Räumen Sie im Freien alles beiseite, was nicht niet- und nagelfest ist (Fahrräder, Mülltonnen, Gartentürl, Blumenkästen usw.)
• Sperren Sie Nebengebäude, Garagen, Schuppen u.ä. ab.
• Lassen Sie Haustiere nach Möglichkeit nicht im Freien.
• Parken Sie Ihr Auto, wenn möglich, in der Garage bzw. schieben Sie die Antenne ein, damit diese nicht zum Abknicken verleiten.


Ergänzung 29.04.09 - 09.54Uhr

Innenminister Herrmann warnt "Freinacht ist kein Freibrief"

Innenminister Joachim Herrmann warnt davor, in der Freinacht einen Freibrief für Straftaten zu sehen: "Vieles, was in den vergangenen Jahren in der Nacht zum 1. Mai angestellt worden ist, hat mit Brauchtum oder Tradition gar nichts gemeinsam." Herrmann betonte, dass das Sprengen von Briefkästen, Anzünden von Mülltonnen oder das Verunstalten von Hauswänden ganz eindeutig strafbar sei. "Manche Dummheit kann zudem gefährliche Folgen haben. Ich denke an das Abheben von Kanaldeckeln oder an sonstigen Unfug im Straßenverkehr. Hier sind auch die Eltern in der Pflicht, auf ihre Kinder einzuwirken." Herrmann kündigte an, dass die bayerische Polizei auch dieses Jahr in der Freinacht verstärkte Kontrollen durchführen wird. Als Straftat zählt im Übrigen auch das Zersägen und Umsägen von Maibäumen. Ein nach den traditionellen Regeln durchgeführter "Diebstahl" eines Maibaums wird in Bayern hingegen als Brauchtum geduldet.

Details
Kategorie:Polizeimeldungen
Eingetragen am:28.04.2009 20:36
Quelle:Polizeipräsidium Oberbayern Nord / Bay.Innenministerium

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