Pressemitteilung (pn): Zweiradwelle rollt wieder an - Hinweise und Tipps der Polizei zur Motorradsaison |
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Zwei schwere Verkehrsunfälle mit Beteiligung von motorisierten Zweiradfahrern musste die Polizei in den vergangenen beiden Tagen im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord aufnehmen. Am Mittwoch wurde ein 30-jähriger Motorradfahrer...
im Bereich des Flughafens München schwer verletzt. Eine 41-jährige Autofahrerin hatte den Biker beim Einfahren in einen Kreisverkehr übersehen und erfasst. Ein Rettungshubschrauber brachte den schwer verletzten Motorradfahrer in eine Münchener Klinik. Tödliche Verletzungen zog sich Dienstag Nachmittag ein 17-jähriger Mopedfahrer bei einem Verkehrsunfall im Landkreis Eichstätt zu. Der Jugendliche kam mit seinem Leichtkraftrad auf einer Kreisstraße zwischen den Ortschaften Stammham und Bettbrunn auf die Gegenfahrbahn und stieß dort frontal gegen einen Lastwagen. Der junge Mann war sofort tot.
Zweiradwelle rollt bereits auf vollen Touren
Nach den Winterabenden und den bereits frühen sommerlichen Temperaturen rollt die Zweiradwelle bereits wieder auf vollen Touren. Mofa, Moped und Kleinkrafträder sind bei den jungen Leuten heute nahezu eine Selbstverständlichkeit. Motorräder, stark und schnell, sind die „heißen Öfen“ einer motorsportlich interessierten Gruppe von Verkehrsteilnehmern, die insbesondere an sommerlichen Wochenenden oft in großer Zahl gemeinsam auf den Straßen anzutreffen sind. Doch das Vergnügen, „Natur pur“ zu genießen, hat auch seine Schattenseiten. Verkehrswissenschaftler stellten fest, dass für Zweiradfahrer das Unfallrisiko 30 mal größer ist als für Autofahrer. Ihnen fehlt die schützende Blechhülle.
Hauptunfallursache überhöhte Geschwindigkeit
Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord ereigneten sich im vergangenen Jahr 721 Verkehrsunfälle, an denen Motorradfahrer beteiligt waren. Dabei kamen 18 Personen ums Leben. 662 Menschen wurden verletzt, davon 189 schwer.
Hauptunfallursache ist nach wie vor, zumindest bei größeren und leistungsstarken Maschinen, überhöhte beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit. Gerade die Fahrer schwerer Motorräder müssen sich bewusst sein, dass ihre Maschinen Beschleunigungswerte entwickeln, die anderen Verkehrsteilnehmern oft unbekannt sind. Unfallursache Nummer 2 sind Fehler beim Überholen, gefolgt von Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes.
Defensive Fahrweise bester Schutz
Die Polizei empfiehlt den Motorradfahrern erneut, grundsätzlich defensiver zu fahren und sich schon im eigenen Interesse an die Verkehrsvorschriften zu halten. Dazu gehört auch das Einschalten des Fahrlichts bei Tag. Unverständlich ist auch, dass man immer wieder Fahrer antrifft, die keinen Schutzhelm tragen, oder ihn zwar bei sich haben, aber nicht aufsetzen, zumal beim Nichttragen des Helms ein Verwarnungsgeld in Höhe von 15.- Euro fällig ist. Die Bekleidung des Zweiradfahrers kann darüber hinaus bei einem Unfall von besonderer Bedeutung sein, denn ein guter Lederanzug kann die Folgen eines Sturzes vermindern. Die Polizei empfiehlt zudem die Teilnahme an einem Sicherheitstraining zu Beginn der Saison.
Erste Voraussetzung für eine Minderung des Unfallrisikos ist auch, sein Fahrzeug in ordnungsgemäßem Zustand zu halten. Besonders dem jugendlichen Zweiradfahrer muss bewusst sein, dass durch Veränderungen an seinem Fahrzeug (z.B. Auspuff ändern, Antriebsritzel austauschen, Änderung der Motorleistung durch „Aufbohren“) die Betriebserlaubnis in der Regel erlischt; bei einem Unfall kann dann die Versicherung jegliche Schadenskostenübernahme ablehnen.
Geschwindigkeiten für Autofahrer oft schwer einschätzbar
Vorfahrtsunfälle sind oft die Folge, wenn ein Autofahrer in einer Seitenstraße die Beschleunigung eines auf der Vorfahrtsstraße nahenden Motorrades unterschätzt und dann glaubt, noch gefahrlos in die Hauptstraße einbiegen zu können.
Auch die Einhaltung des entsprechenden Seitenabstandes zu Autos und Lastwagen ist ein Sicherheitsmoment, das nicht unterschätzt werden sollte; insbesondere bei schnell fahrenden Lastwagen sind die Sogwirkungen beim Überholen und der Seitenwind nach dem Überholvorgang ganz beachtlich. Der Motorradfahrer muss deshalb seinen Lenker fest in der Hand haben, um nicht aus der Spur gebracht zu werden.
Eine Unsitte, die oft Gefahrensituationen heraufbeschwört, ist auch das „Hindurchschlängeln“ bei stehenden oder langsam fahrenden Kraftfahrzeugen im Stadtverkehr zwischen zwei Fahrzeugschlangen. Sehr leicht kann es hierbei geschehen, dass der Zweiradfahrer an dem Außenspiegel, einer Stoßstange oder gar an einer sich plötzlich öffnenden Tür hängen bleibt und dabei verunglückt.
Polizei verstärkt Motorradkontrollen
Die Polizei wird insbesondere in den nächsten Wochen und Monaten „Motorisierte Zweiradfahrer“ verstärkt „unter die Lupe nehmen“. Dabei werden unfallträchtige Verkehrsverstöße, wie Überschreiten der vorgeschriebenen Geschwindigkeit, falsches / verbotenes Überholen und Nichtbeachtung von Stopp-Schildern, aber auch das Fahren ohne Helm besonders überwacht und geahndet.
Zusatz: Das beigefügte Bild zeigt Polizeihauptkommissar Reinhard Kloiber von der Verkehrspolizei Ingolstadt. Sein Tipp: "Defensive Fahrweise ist der beste Schutz!"
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