Pressemitteilung (pn): Hilfe bei häuslicher Gewalt: ein Jahr Interventionsstelle Erding |
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Vor gut einem Jahr hat die Interventionsstelle Erding ihre Arbeit aufgenommen. Sie hilft weiter, wenn Menschen im eigenen Zuhause Opfer von Gewalt werden. Rund 70 Frauen aus dem Raum Erding, Dorfen und Freising wurden seither beraten und unterstützt....
Häusliche Gewalt umfasst ein breites Spektrum von Gewalttaten durch Partner oder Angehörige die in unterschiedlichen Formen - körperlich, seelisch, sexuell oder finanziell - ausgeübt wird. Betroffen sind zumeist Frauen. Nach neuesten Ergebnissen einer repräsentativen Studie hat in Deutschland jede 4. Frau Gewalt durch einen Beziehungspartner erlebt. Die Opfer fühlen sich oft allein gelassen und schämen sich für das, was ihnen angetan wird. Neben der Angst vor dem Partner, der Sorge über das „Gerede“ der Nachbarn, Verwandten, Arbeitskollegen, kommt häufig noch das Gefühl von Schuld und Ohnmacht dazu. Kein Wunder, dass sie selten oder gar nicht darüber reden wollen und sich auch nicht trauen, Hilfe zu suchen.
Der SkF München hat deshalb im Herbst 2007 eine Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt für den Raum Erding eingerichtet. Sie arbeitet eng mit den Polizeidienststellen Erding und Dorfen zusammen. Wenn die Polizei in einen Haushalt gerufen wird, weil es zu Tätlichkeiten gekommen ist, vermittelt sie die Betroffenen, sofern sie einverstanden sind, an die Interventionsstelle weiter. Häufig melden sich inzwischen auch Frauen, die von anderen Beratungsdiensten oder Behörden die Kontaktdaten bekommen haben. „Wir haben dabei eine Art Lotsenfunktion“, sagt Stefanie Sturm, Sozialpädagogin in der Interventionsstelle Erding. „Die Frauen werden zeitnah und individuell beraten. Wir klären über die rechtlichen Schutzmöglichkeiten auf und leisten psychosoziale Unterstützung. Bei Bedarf vermitteln wir auch an entsprechende Hilfseinrichtungen weiter.“ Erklärtes Ziel ist es, die Gewalt in der Familie so früh wie möglich zu beenden. „Jahrelange Gewalterfahrung führt in der Regel zu gesundheitlichen und psychischen Problemen bei den Frauen und auch bei den Kindern, die das miterleben, ob als Opfer oder als Zuschauer“, so Sturm.
Die Initiative zur Gründung der Interventionsstelle ging vom Arbeitskreis „Häusliche Gewalt“ aus. Die Konzepterstellung und Einrichtung wurde von den Mitarbeiterinnen des Frauenhauses getätigt. Träger der Einrichtung ist der Sozialdienst katholischer Frauen e.V. München. Der Verein übernimmt durch Eigenmittel, Spenden und Stiftungsmittel zusammen mit einem Beitrag der Erzdiözese München und Freising die Finanzierung für die ersten 2 Jahre. Danach, so hofft man, übernehmen Landkreis und der Freistaat Bayern die Kosten.

Kontakt:
Barbara Altweger
Sozialdienst katholischer Frauen e.V. München
Dachauer Straße 48, 80335 München
Tel. 089/ 55981-274 Fax 089/55981-277
eMail: Barbara Altweger, b.altweger@skf-muenchen.de
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