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Pressemitteilung (pn):
Schulwegtraining beugt Unfällen vor


Tausende von Kindern befinden sich nach den großen Sommerferien ab Dienstag wieder auf dem Schulweg und für zahlreiche ABC-Schützen beginnt ein neuer Lebensabschnitt...

Schulwegsicherheit erfordert Kooperation von Eltern, Kraftfahrern und Polizei

Am Dienstag, 16. September 2008, beginnt das neue Schuljahr!

INGOLSTADT. Tausende von Kindern befinden sich nach den großen Sommerferien ab Dienstag wieder auf dem Schulweg und für zahlreiche ABC-Schützen beginnt ein neuer Lebensabschnitt, in den sie am ersten Tag noch an der beschützenden Hand der Eltern eintreten. Künftig sind sie aber häufig auf sich gestellt und müssen mit den zahlreichen, auf dem Schulweg lauernden Gefahren allein zurechtkommen.

Dass Schulkinder mit der Bewältigung der Anforderungen des Straßenverkehrs häufig überfordert sind, belegt die Verkehrsunfallstatistik:

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Ingolstadt haben sich in den ersten sechs Monaten diesen Jahres 11 Schulwegunfälle ereignet, bei denen 16 Kinder verletzt wurden.. Intensive Schulwegüberwachung durch die Polizei und zivile Schulweghelfer ist daher dringend notwendig. Die Polizeidirektion Ingolstadt betrachtet es als ihre Daueraufgabe, die Schulkinder, vor allem die alljährlichen Schulanfänger, vor den Gefahren auf dem Schulweg zu schützen und diesen so sicher wie möglich zu machen.

Aus diesem Grunde nimmt die PD Ingolstadt den diesjährigen Schulbeginn wieder zum Anlass, um am ersten Schultag und in den darauffolgenden Wochen mittels intensiver Schulwegüberwachung und gezielter Verkehrskontrollen ein besonderes Augenmerk auf die Sicherheit der Schulkinder im Straßenverkehr zu legen. Insbesondere im Bereich von Schulen werden schwerpunktmäßig Schulbushaltestellen und Fußgängerüberwege gesichert.

Außerdem werden im Zeitraum vom 16.09.08 bis 02.10.08 die Einhaltung der Geschwindigkeit, sowie die Gurtanlege-, Kindersicherungs- und die Helmtragepflicht, insbesondere im Bereich von Schulen, überwacht.

Zur Optimierung der polizeilichen Bemühungen in punkto Schulwegsicherheit sind die Eltern und die übrigen Verkehrsteilnehmer zur Kooperation mit der Polizei aufgerufen.
Eltern sollten mit ihren „Erstklässlern“ bereits vor dem ersten Schultag den Schulweg wiederholt trainieren und ihre Kinder nicht unvorbereitet „ins kalte Wasser werfen“. Das Schulwegtraining, bei dem die Kleinen immer wieder auf mögliche Gefahren an Fußgängerüberwegen, Kreuzungen und Einmündungen, sowie beim Aussteigen aus Schulbussen hingewiesen werden sollen, sollte zur Sicherheit des Kindes die ersten Wochen unbedingt beibehalten und auch später zur Kontrolle wiederholt werden. Darüber hinaus besteht vielerorts auch die Möglichkeit, dass sich Eltern zu diesem Zweck zusammenschließen und sich bei dieser Aufgabe gegenseitig abwechseln.

Dringend abgeraten wird seitens der Lehrer und der Polizei davon, dass Kinder vor dem Absolvieren der planmäßig durchgeführten Jugendverkehrsschule mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Die polizeiliche Auswertung der Schulwegunfälle und die pädagogischen Erfahrungswerte der Lehrer belegen eindeutig, dass Kinder mit den dadurch an sie gestellten, erhöhten Anforderungen durchwegs überfordert und Unfälle deshalb zwangsläufig vorprogrammiert sind.
„Mit Sicherheit tun Sie ihrem Kind auch keinen Gefallen, wenn Sie es die ersten Wochen mit dem Auto zur Schule bringen und es später – in der dunklen Jahreszeit – ohne entsprechendes Training, allein auf sich gestellt, zu Fuß auf den Weg schicken“.
In Anbetracht des bevorstehenden Herbstes weisen wir bereits jetzt darauf hin, dass warnfarbene Oberbekleidung und Schultaschen die Verkehrssicherheit der Kinder erhöhen. „Denken Sie stets auch daran, dass sie ihr Kind rechtzeitig auf den Schulweg schicken“. Denn Hektik und Hetze führen zu Unkonzentriertheit und riskantem Verkehrsverhalten.

Kraftfahrer sollten sich rechtzeitig darauf einstellen, dass mit dem Schulbeginn wieder vermehrt Schulkinder am Straßenverkehrs teilnehmen. Durch ihr unberechenbares und spontanes Verhalten beschwören sie unbewusst Gefahrensituationen herauf, die nur durch das besonnene und rücksichtsvolle Verhalten der Kraftfahrer kompensiert und somit Unfälle vermieden werden können. „Rechnen Sie deshalb damit, dass Kinder unvermittelt und ohne den Verkehr zu beachten die Fahrbahn überqueren, dass Rad- und Gehwege auch in falscher Richtung mit dem Fahrrad befahren werden und Kinder nach dem Aussteigen aus Schulbussen plötzlich hinter dem Fahrzeug auf die Fahrbahn laufen können. Fahren Sie deshalb vorausschauend, vermindern Sie bei Erkennen von Kindern die Geschwindigkeit und seien sie bremsbereit!“

Und noch ein wichtiger Hinweis:

Obwohl bereits seit 01.08.1995 besondere Vorschriften für das Verhalten von Kraftfahrern an Bushaltestellen gelten, finden diese teilweise immer noch wenig Beachtung:

Danach darf an Omnibussen des Linienverkehrs, an Straßenbahnen und an gekennzeichneten Schulbussen, die an Haltestellen halten, auch im Gegenverkehr, nur vorsichtig vorbeigefahren werden.
Omnibusse des Linienverkehrs und gekennzeichnete Schulbusse, die sich einer Haltestelle nähern und Warnblinklicht eingeschaltet haben, dürfen nicht überholt werden.
An Omnibussen des Linienverkehrs und an gekennzeichneten Schulbussen, die an Haltestellen halten und Warnblinklicht eingeschaltet haben, darf nur in Schrittgeschwindigkeit und ohne Gefährdung und Behinderung der Fahrgäste vorbeigefahren werden. Wenn nötig, muss der Fahrzeugführer warten. Dies gilt auch für den Gegenverkehr.

Schulwegsicherheit, verbunden mit dem Appell zu gegenseitiger rücksichtsvoller Verkehrsteilnahme, beschränkt sich nicht auf die ersten Schultage des neuen Schuljahres, sondern stellt für alle – Eltern, Kraftfahrer und Polizei – eine permanente, gemeinsame Aufgabe dar, der wir uns zum Wohle unserer Kinder stets aufs Neue stellen müssen.

Die Polizeidirektion Ingolstadt
wünscht einen guten Schulstart und
ein hoffentlich unfallfreies Schuljahr!

Details
Kategorie:Polizeimeldungen
Eingetragen am:15.09.2008 10:47
Link:Polizei Bayern
Quelle:Polizei Bayern

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