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Pressemitteilung (pn):
Landratswahl Pfaffenhofen: Daschner antwortet Bund Naturschutz

Der Bund Naturschutz Pfaffenhofen hat allen Landratskandidaten einige Fragen zur Energiewende geschickt. Der Kandidat der FDP, Rainer Daschner, hat nun seine Stellungnahme dazu abgegeben.... ...


Hinweis: Dieser Bericht ist ein Beitrag von Rainer Daschner. Der Beitrag wurde lediglich vom pafnet.de-Team eingetragen und spiegelt nicht die Meinung der Redaktion wider.



Sehr geehrter Herr Schaal,
sehr geehrter Herr Ebner,

zunächst möchte ich mich für mein spätes Antwortschreiben entschuldigen. Die Zeit ist knapp im Wahlkampf und da gilt es eins nach dem anderen abzuarbeiten. Da mir das Thema Rekommunalisierung der Energieversorgung sehr am Herzen liegt, wollte ich das Antwortschreiben auch persönlich formulieren – zumal ich, wie Sie sicher wissen, bei uns im Kreisverband auch der energiepolitische Fachmann bin.

Zuerst möchte ich persönlich ganz klar zur Atomenergie Stellung beziehen. Ich bin nicht gegen Atomenergie, weil sie gefährlich ist. Ich bin gegen Atomenergie, weil Sie gefährlich und teuer ist. Ja, teuer und nicht billig, weil immer die Kosten der bisherigen Subventionen, die Kosten der Vernichtung des Atommülls und die Kosten einer adäquaten Versicherung unterschlagen werden. Ganz salopp formuliert: Ich hätte die Energiekosten lieber auf der Stromrechnung als auf dem Steuerbescheid.

Als der rot-grüne Atomausstieg beschlossene Sache war, dachte ich „besser als nichts“. Meiner
Meinung nach wäre jedoch ein schnellerer Ausstieg nötig. Dies veranlasste mich persönlich schon vor meiner Zeit in einer politischen Partei (ca. 2006) nachzudenken welche Möglichkeiten wir denn haben. Wissend, dass man die großen Energieerzeuger nicht mit bloßen Parolen in die Knie zwingen wird. Als Ergebnis meiner damaligen Recherchen stand für mich fest: Wir müssten unsere Energie selbst erzeugen und vermarkten. Genau so wie es Sie jetzt in Ihrer Infobroschüre darstellen. Ich stimme mit fast allen Punkten Ihres Leitfadens zur Energiewende überein. Gerade auch bei der Senkung des Energiebedarfs der kommunalen Liegenschaften. Ein Paradebeispiel für mich ist das Gebäude des Landratsamtes (LRA) Pfaffenhofen. In der Zeitung lese ich häufig, das LRA bietet kostenlose Energieberatung an. Ich würde den Spieß gerne mal umdrehen und dem LRA eine Energieberatung anbieten. Zwei Fliegen mit einer Klappe könnte man schlagen. Zum Einen eine Verbesserung der Fassadenoptik und zum Anderen eine deutliche Verringerung des Energiebedarfs. Hier müssen die Öffentlichen ein Vorbild sein, wenn man die Wichtigkeit der energetischen Sanierung der breiten Bevölkerung nahe bringen will.

Aus meiner Tätigkeit als Energieberater weiß ich, Energiesparen ist nichts für reiche Leute. Hier ist überdurchschnittlich viel Überzeugungsarbeit nötig. Und dies ist deutlich einfacher wenn Kommunen mit gutem Beispiel vorangehen.

In unseren bestehenden Gebäuden liegt viel Potential zum Energiesparen. Eine regionale
Energieagentur die Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit leistet ist bares CO2 wert. Und Energiesparen ist dringend nötig, um in Zukunft nicht noch mehr zu verbrauchen. Ob wir unseren jetzigen Primärenergiebedarf jedoch tatsächlich um die Hälfte senken können bin ich mir nicht sicher. Ein kleines Beispiel: Früher fand man unser Wissen in Bibliotheken. Dort ging man hin und schlug in den Büchern nach und fand in durchschnittlich einer Stunde das Benötigte. Heute ist das geballte Wissen online in Millisekunden verfügbar und das ist gut so. Jedoch mit einem kleinen Nachteil. Die Vorhaltung der Rechenzentren mit den superschnellen Hochleistungsrechnern kostet in Deutschland in etwa so viel Energie wie drei durchschnittliche Atom- oder Kohlekraftwerke liefern. In vielen Bereichen ist es so, dass wir an einer Stelle einsparen, was wir mit neuer Technik (auch Handy) an anderer Stelle wieder verbrauchen. Wir müssen also in allen Bereichen dringend sparen, um nicht noch mehr zu verbrauchen. Wenn aber diese letztlich nötige Energie regenerativ erzeugt werden würde, sähe die CO2 Bilanz unserer Kommunikations- und Wissensgesellschaft deutlich besser aus.

Ziel sollte es meiner Meinung nach sein, dass wir im Landkreis bezüglich Energie komplett autark sind – somit nicht vollkommen am Ölpreis hängen und dessen weltwirtschaftlichen Auswirkungen nicht gänzlich ausgesetzt sind. Wir können uns zwar nicht vollständig abkoppeln, aber wesentliche Faktoren für unseren Landkreis dann doch deutlich effektiver gestalten. Menschen werden dann gerne hier leben und auch den passenden Arbeitsplatz finden. Eine überdurchschnittliche regionale Wertschöpfung ermöglicht uns weitere Investitionen in die Zukunft. So gehen wir gemeinsam einer sonnigen Zukunft entgegen. Wenn ich zum Landrat gewählt werde, wird eines meiner vorrangigen Ziele die Weichenstellung für die Energiewende in der Region sein. Als Energieberater sah ich das bisher schon als meinen Auftrag im Kleinen. Als Landrat hätte ich die Möglichkeit das große Ganze auf den Weg zu bringen. Dies mache ich natürlich gerne in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Energie des Bund Naturschutz Pfaffenhofen und dem Energie und Solarverein Pfaffenhofen. Für die bisher geleistete Arbeit der
beiden Vereinsgruppierungen kann ich mich als Bürger im Landkreis Pfaffenhofen nur vielmals
herzlich bedanken.

Mit freundlichen Grüßen
Rainer Daschner

Details
Kategorie:Politik
Eingetragen am:29.06.2011 13:50
Quelle:Bund Naturschutz Pfaffenhofen

Hinweis: Die pafnet.tv-Mitarbeiter schalten Berichte lediglich frei. Die Berichte spiegeln nicht die Meinung des pafnet.de-Teams wieder. Für den Inhalt ist ausschließlich der jeweilige Autor selbst verantwortlich ohne Anspruch auf Richtigkeit & Objektivität.
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