Pressemitteilung (pn): Hohenwart gibt okay für Freilandputen bei Regens Wagner |
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Mit zwei Gegenstimmen erteilte am Montagabend der Marktgemeinderat Hohenwart sein Einvernehmen zur Freilandputenhaltung von Regens Wagner Hohenwart. Allerdings wurde dieses gemeindliche Einvernehmen von Seiten des Marktgemeinderates Hohenwart von ein...
Mit zwei Gegenstimmen erteilte am Montagabend der Marktgemeinderat Hohenwart sein Einvernehmen zur Freilandputenhaltung von Regens Wagner Hohenwart. Allerdings wurde dieses gemeindliche Einvernehmen von Seiten des Marktgemeinderates Hohenwart von einer ganzen Reihe Auflagen abhängig gemacht. Bürgermeister Manfred Russer konnte an diesem Abend wieder zahlreiche Zuhörer im Sitzungssaal des Rathauses begrüßen. Ein Großteil der Zuhörer war wohl wegen des Bauantrages von Regens Wagner gekommen aber zu diesem Tagesordnungspunkt hatten die Gemeindevertreter noch weitere 14 Punkte alleine in öffentlicher Sitzung abzuarbeiten.

Was anfänglich eigentlich wie ein einfacher Bauantrag zum Umbau einer bestehenden Landwirtschaft aussah, entpuppte sich als ein doch sehr heikles Thema. Mit einer biologischen Putenhaltung will auf der einen Seite Regens Wagner Hohenwart den Bestand der Landwirtschaft für die Zukunft sichern. Auf der anderen Seite aber befürchten die Anwohner Belästigung durch Geruch und Lärm. Sie meldeten schriftliche Bedenken gegen das Vorhaben an und der Antrag wurde in der Februar Sitzung daraufhin zurückgestellt. Es folgten eine Infoveranstaltung im Gasthaus Metzgerbräu für alle Beteiligten, eine Besichtigungsfahrt nach Ochsenhausen sowie eine Vorortbesichtigung letzte Woche bei der Landwirtschaft von Regens Wagner in Hohenwart. Bürgermeister Manfred Russer legte nun am Montag den Bauantrag erneut dem Gemeinderatskollegium vor.
Zusätzlich erhielten zu ihrer Einladung die Gemeinderäte auch den Abdruck eines weiteren Schreibens der Anwohner, die ihre Bedenken aufrechterhielten. Manfred Russer stellte die rechtliche Situation der Gemeinde dar, wonach bei einem gemeindlichen Versagen des Einvernehmens das Landratsamt das Vorhaben dennoch genehmigen kann. Der Gemeinde verbliebe dann ein Widerspruchs- und Klagerecht. Russer geht davon aus, dass das Landratsamt eine Genehmigung erteilt und schlug deshalb vor das Einvernehmen unter bestimmten Auflagen zu erteilen. Eine Möglichkeit zu der auch die Mehrheit der Gemeinderäte tendierte zumal hier nach überwiegender Meinung auch das Bestmögliche für die Anlieger erreicht werden könnte.
Wichtigste Punkte dieser Auflagen sind die Reduzierung der Freiflächen durch Einhaltung von Abständen zu den Nachbarn. Auch vom Egelseergraben soll die Weide zurückgesetzt werden. Die Einstallung der Tiere während der Nachtzeit muss gewährleistet sein sowie der Einbau einer funktionierenden Lüftungsanlage in den Stall, damit Geruchsbildung weitgehend vermieden werden kann. Festgehalten werden soll auch die Höchstzahl von 2000 Puten die gehalten werden dürfen. Weiterhin setzt der Gemeinderat das Gutachten eines Unabhängigen Sachverständigen zu den Umweltbelastungen voraus. Mit diesem Auflagenkatalog versehen wird nun der Bauantrag dem Landratsamt Pfaffenhofen a.d.Ilm weitergeleitet. Sie entscheiden dann letztendlich über die Genehmigung.
FOTO 2766 Für die biologische Putenhaltung sollen bei Regens Wagner in Hohenwart Umbauarbeiten an den bestehenden Stallungen sowie zusätzliche Überdachungen durchgeführt werden. Ein Teil der Wiesen vor den Gebäuden soll als Freilandfläche dienen.

Weiter vorangetrieben wird von der Marktgemeinde Hohenwart der Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße von Hohenwart nach Wangen bzw. Klosterberg. Mit dem Ausbau der Straße soll auch das Geh- und Radwegenetz der Marktgemeinde verbessert werden. Ein ursprünglicher Plan sah vor, den Gehweg von der Freigrabenbrücke aus durchs freie Gelände in Richtung der Abzweigung nach Wangen zu führen. Dieser Plan scheiterte aber, wie Bürgermeister Manfred Russer bedauerte, an den Grundstücksverhandlungen. Der Gehweg soll nun vom Torbogen ausgehend auf der rechten Fahrbahnseite bis zur Eichenstraße in Klosterberg gebaut werden. Vor der Abzweigung nach Wangen muss dann die Straße auf die linke Seite gequert werden und der Gehweg wird dann noch in Richtung Wangen bis zur Kellerbrücke weitergebaut. Die bisherige Vorfahrtsregelung zum Klosterberg soll beibehalten werden. Zu Verengungen wird es bei der Freigraben- und Paarbrücke kommen. Da über beide Brücken der Gehweg geführt wird, verbleibt nur noch eine Fahrbahnbreite von 3,75 m. Ein Begegnungsverkehr kann dann nicht mehr stattfinden. Die endgültige Planung soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden um entsprechende Zuschussanträge zu stellen und die Finanzierung für das nächste Jahr zu sichern.
FOTO (PEE) 3255 Auch nach dem Ausbau soll die Straße nach Klosterberg weiter vorfahrtsberechtigt bleiben. Ein Geh- und Radweg wird vom Torbogen aus auf der rechten Seite bis zur Eichenstraße geführt und an der Straße nach Wangen auf der linken Seite bis zur Kellerbrücke ausgebaut.

Nicht entmutigen ließen sich die Damen und Herren von den Stellungnahmen der öffentlichen Ämter für das Baugebiet Peuernfleck in Freinhausen. Wegen der Höhenlage fordert das Landratsamt Pfaffenhofen eine Höhenplanung, die wie Bürgermeister Russer meinte, wohl auch in Auftrag gegeben werden muss. Der Naturschutz weist auf Ausgleichsflächen und einen qualifizierten Pflanzplan hin. Beides soll zur Verwirklichung in der Bebauungsplan eingearbeitet werden.
Das Amt für Landwirtschaft und Forsten lehnte den Bebauungsplan kategorisch ab. Sie sehen, ebenso wie der Bayerische Bauernverband den Bestand des landwirtschaftlichen Betriebes an der Hohenwarter Straße gefährdet. Insbesondere weist das Landwirtschaftsamt auf eine Fahrsiloanlage an der Gemeindeverbindungsstraße hin. Bei einem allgemein üblichen Betrieb verneint hier aber der Gemeinderat eine wesentliche Geruchsbelästigung. Der Stall selber ist seiner Meinung nach mit 66 Metern weit genug von der geplanten Wohnbebauung entfernt. Die Stellungnahmen müssen nun mit den entsprechenden Beschlüssen beantwortet werden.
FOTO (PEE) 3264 An dieser Hanglage soll in Freinhausen ein neues Baugebiet entstehen. Zu nahe am landwirtschaftlichen Anwesen (links auf dem Bild) meinen Landwirtschaftsamt und Bauernverband.

Wieder einmal auf der Tagesordnung war der Bebauungsplan „Mischgebiet St. 2043“. Ein Dauerbrenner, bemerkte dazu Bürgermeister Russer der die Gemeinde nun schon viele Jahre verfolgt. Entlang der Pfaffenhofener Straße, beginnend an der Einmündung zur Industriestraße sollen in Richtung Hohenwart 6 Doppelhaushälften mit Garagen entstehen. Soweit waren sich die Beteiligten einig. Nun geht es noch um die Lärmschutzwand entlang der Staatsstraße wie Russer erklärte. Ursprünglich sollte diese Lärmschutzwand durch ein Gartenhäuschen aus Holz zur Auflockerung unterbrochen werden. Anstatt der Gartenhäuschen hätte der Planer aber lieber der Lärmschutzwall mit einer Lärmschutzwand in einer Linie durchzuziehen und anstatt der Gartenhäuschen die Wand farbig abzusetzen und höher auszubilden. Je nach Bedarf aber in freier Entscheidung könnten dahinter die Bauwilligen immer noch ein Gartenhäuschen errichten. Ein Vorschlag der von den Gemeinderäten positiv aufgenommen wurde. Gemeinderat Thomas Rolnik wies noch darauf hin, dass auch für die Durchfahrt der Müllfahrzeuge garantiert sein muss. Aus dem Plan geht dies nicht ersichtlich hervor. Manfred Russer versicherte darauf einzuwirken.
FOTO (PEE) 3246 Bauplätze für 6 Doppelhaushälften sollen auf diesem Areal entstehen. Rechts auf dem Bild der Penny Markt.
Doch nicht nur aus Bauleitplanung bestand die recht umfangreiche Tagesordnung. Die Finanzen standen auf den ersten drei Punkten der Tagesordnung und damit hatte sich der örtliche Rechnungsprüfungsausschuss intensiv befasst. Vorsitzender Martin Lutz gab den Bericht des Ausschusses bekannt. 3 Abende überprüfte, wenn auch nur stichprobenweise wie Martin Lutz betonte, das vierköpfige Gremium die vollständig vorgelegte Jahresrechnung 2005 mit ihren Belegen. Schwerpunktmäßig befassten sich die Prüfer mit dem abgeschlossenen Dorfheimbau in Freinhausen und bemängelten die Überschreitung der Kosten bei zwei Gewerken. Zwar waren diese Überschreitungen, wie eine nachträgliche Zusammenstellung des Architekten aufzeigte, alle in Ordnung aber für die Zukunft sollte doch vorher der jeweilige Ausschuss informiert werden. Keine großen Sprünge, so Lutz kann die Gemeinde mit den Passgebühren machen. Zwar erscheinen dem Bürger die Kosten gerade bei den neuen Reisepässen als sehr hoch, doch ein Großteil davon muss abgeführt werden. Was dann noch bleibt, erklärte der Vorsitzende zehren Personal und Sachkosten auf. Die Gemeinde verdient an den Pässen also nichts, aber es muss dazu auch festgestellt werden das an den Gebühren sowieso kein Einfluss besteht. Zufrieden war der Prüfungsausschuss auch mit dem abgearbeiteten Bericht aus 2004 und alle darin enthaltenen Anregungen wurden umgesetzt. Einstimmig wurde daraufhin die Jahresrechnung 2005 festgestellt und danach auch die Entlastung erteilt.
Beschlossene Sache ist der Anschluss des Anwesens Schenkengrub 1 an die Abwasserbeseitigung des Marktes Hohenwart. Da diese Anwesen aber zum Gemeindegebiet Waidhofen gehört musste nun der Gemeinderat noch eine entsprechende Zweckvereinbarung beschließen um die rechtlichen Voraussetzungen für den Anschluss zu schaffen. Die Vereinbarung geht jetzt nach Beschlussfassung noch zur Genehmigung an das Landratsamt Pfaffenhofen a.d.Ilm.
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