Pressemitteilung (pn): Ingolstadt schon seit Jahren führend bei Solarenergie |
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Nicht erst die aktuelle Diskussion über die Abschaltung der Kernkraftwerke hat das Thema erneuerbare Energien populär gemacht. In Ingolstadt setzt man bei der Energieversorgung schon lange auf Ökostrom und Co....
So wird ein überdurchschnittlich hoher Anteil des Stroms der Ingolstädter Stadtwerke, nämlich 34 Prozent, aus erneuerbaren Energien gewonnen, doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt. Und nur 13 Prozent im Energiemix der Stadtwerke stammen aus Atomstrom, deutschlandweit sind es 25 Prozent.
Bei Solarenergie hat man bereits seit einigen Jahren die Nase vorne. Mehrfach hat Ingolstadt den ersten Platz unter den deutschen Großstädten in der sogenannten Solarbundesliga belegt – so auch 2009/2010. Nach Information des städtischen Umweltamts gibt es aktuell 2.045 Solaranlagen mit einer Kollektorfläche von gut 17.000 Quadratmetern und 1.099 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von rund 17.000 Kilowatt (kW). Die Photovoltaikanlagen produzieren fast genau soviel Strom, wie das E.ON Wasserkraftwerk an der Staustufe, das seinen Strom allerdings ausschließlich ins Netz der Deutschen Bahn einspeist.
Neben diesem großen Wasserkraftwerk werden in Ingolstadt noch drei private sehr kleine Anlagen betrieben, die ca. 10.000 kW pro Jahr ins öffentliche Netz speisen.
Eine größere Rolle spielt da schon Biomasse. Beispielsweise wird in der Kläranlage des Zweckverbands durch die Behandlung des Rohschlamms Methangas gewonnen, mit dem Motoren zur Strom- und Wärmeerzeugung betrieben werden. Die Jahresleistung entspricht 3,1 Millionen kW, rund fünfzig Prozent des Energiebedarfs der Zentralkläranlage. Die Abwärme der Gasmotoren – weitere drei Millionen Kilowatt pro Jahr – wird für die Gebäudeheizung und die Faultürme verwendet.
Auf dem Gelände des Kompostwerks der Firma Büchl in Stammham errichtet derzeit die Bio IN GmbH – Anteilseigner sind die Ingolstädter Kommunalbetriebe mit 51 Prozent und die Firma Büchl mit 49 Prozent – eine Anlage zur Vergärung von Bioabfall. Etwa die Hälfte des Biogases, das dort in Zukunft entstehen wird, wird zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Damit können rund 250 Einfamilienhäuser mit Energie versorgt werden.
Durch die thermische Verwertung von ca. 200.000 Tonnen Restmüll pro Jahr sowie sieben Heizkraftwerke werden in Ingolstadt aktuell etwa 200 Gigawattstunden (GWh) Fernwärme pro Jahr erzeugt und ins vorhandene Fernwärmenetz eingespeist.
Weitere 130 GWh kommen noch in diesem Jahr dazu, wenn die Arbeiten am Fernwärmenetz zur Petroplus Raffinerie abgeschlossen sind. Die größten Abnehmer werden Audi, das Klinikum und das Güterverkehrszentrum sein.
In der zweiten Ausbaustufe sieht der Wärmeverbund Ingolstadt den Anschluss und die Abnahme von Abwärme aus dem E.ON Kraftwerk Irsching und der Bayernoil Raffinerie in Vohburg vor.
Im Wirtschaftsjahr 2011/2012 ist außerdem die Umsetzung des Projekts „Wärme aus Abwasser“ geplant. Dabei soll das Abwasser von großen Ingolstädter Betrieben für die Rückgewinnung von Wärme und Kälte genutzt werden. Herzstück dieser Technik bilden Wärmetauscher in der Kanalisation, die dem Abwasser Energie entziehen oder zuführen.
Geothermie und Windenergie spielen im Raum Ingolstadt keine Rolle. Es sind weder die geologischen Voraussetzungen gegeben noch herrschen Windverhältnisse vor, die für eine wirtschaftliche Nutzung größerer Anlagen geeignet sind.
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